Hoch über den Dächern von Schloßborn, auf der markanten Kuppe des Butznickel (ca. 462 m ü. NHN), befinden sich zwei Denkmäler, die eng mit der Geschichte und der Identität unseres Ortes in der Nachkriegszeit verwoben sind: die Marienkapelle und das Ostkreuz. Zusammen bilden sie ein bedeutendes Ensemble des Gedenkens und der Besinnung.
Die Waldkapelle – Ein Ort der Stille
Den Grundstein für dieses Ensemble legte die Gemeinde im Jahr 1950. Als Ausdruck tiefer Dankbarkeit und Volksfrömmigkeit wurde die kleine, schlichte Marienkapelle (oft auch einfach Waldkapelle genannt) am Waldrand errichtet. Ihre feierliche Einweihung fand zum Erntedankfest 1950 statt.
Während das später hinzugefügte Ostkreuz als öffentliches Mahnmal fungiert, dient die Kapelle seit über sieben Jahrzehnten dem persönlichen Gebet und der inneren Einkehr. Sie wird von Bürgern und Besuchern liebevoll gepflegt und lädt Wanderer dazu ein, einen Moment der Ruhe zu finden und Kerzen für persönliche Anliegen zu entzünden.

Das Ostkreuz – Ein Mahnmal der Versöhnung
Ergänzt wurde der Ort im Jahr 1952 durch das weithin sichtbare Ostkreuz. In einer Zeit, in der Schloßborn zur neuen Heimat für viele Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten wurde, schuf die Gemeinde damit ein kraftvolles Zeichen der Erinnerung und Integration.
Das Kreuz ist jedoch mehr als ein Denkmal für die verlorene Heimat; es ist ein Ort der Hoffnung. Während die Vorderseite mit den Inschriften ‚Gott lebt‘ und ‚Alles Leid der Welt wird klein vor Gottes Zukunft‘ eine geistliche Botschaft vermittelt, schlägt die Rückseite die Brücke zur Herkunft der damaligen Neubürger: Dort sind die Namen der ehemaligen deutschen Ostgebiete – wie das Sudetenland, Schlesien oder Ostpreußen – verewigt, die an die Wurzeln derer erinnern, die hier in Schloßborn eine zweite Heimat fanden.
Bis heute ist das Ostkreuz Zielpunkt für jährliche Gedenkstunden und bietet einen der eindrucksvollsten Ausblicke über Schloßborn bis hin zum Großen Feldberg.


